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Auf Spurensuche in Transkarpatien

(VON MAXIM MELNYK)


Die Geschichte der deutschen Gemeinde Schönborn in Transkarpatien begann 1730, als sich dort fünf süddeutsche Familien ansiedelten. 1732 lebten in Schönborn (heute zur Ukraine, im 18. Jahrhundert zum Königreich Ungarn gehörend) bereits 30 deutsche Kolonistenfamilien. Zu Sowjetzeiten wurden viele Familien nach Sibirien deportiert. Das Unterrichten der deutschen Sprache in der örtlichen Schule war verboten. Dennoch gelang es den Menschen, ihre deutsche Sprache und Kultur zu bewahren. Sie bezeichneten sich selbst als „Schwaben“ und ihren Dialekt als „schwäbische Sproch“.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann Anfang der 1990er-Jahre die Auswanderung der Schwaben aus Schönborn in die Bundesrepublik Deutschland. Dort wurden sie als Aussiedler und Spätaussiedler aufgenommen. 1991 hatte Schönborn 558 Einwohner. Heute leben in dem Dorf noch neun Personen, die den deutschen Dialekt sprechen. Eine von ihnen ist Gisela Nusser.
  Bildrechte: Maxim Melnyk
Gisela Nusser (rechts) mit ihrer Schwägerin Margarete in Schönborn (Transkarpatien, Ukraine), 2021
Bildrechte: Maxim Melnyk
Maxim Melnyk


Maxim Melnyk wurde 1982 in Transkarpatien geboren, er ist Journalist und Filmemacher. Seit 2018 studiert er Dokumentarfilmregie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Potsdam. 2020 hat er zusammen mit der Journalistin Christiane Seiler den Dokumentarfilm „Schönborn“ gedreht. Der Film widmet sich dem Thema „Auswanderung und Verlust von Heimat“.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Verbindungsbüro zur Niedersächsischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebenen, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler

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